Polizisten randalieren auf Schalke

Eigentlich wollte ich Urlaub machen, aber dann gerate ich in der Freizeit in einen bemerkenswerten Polizeieinsatz. Tatort: Auf Schalke beim Spiel gegen Saloniki. Das Spiel war sportlich eher bescheiden. Juristisch -da bleibt mir auch nichts erspart- war es eine einzige Katastrophe.

In der zweiten Halbzeit zogen auf einmal massive Polizeikräfte in die Nordkurve ein, dort, wo die Schalker stehen. Es waren nicht nur viele, bestimmt an die hundert Polizisten, diese waren zudem noch in voller Kampfmontur ausgerüstet. Helm, Schlagstock, Tränengasgeschosse im lockeren Handgelenk. Zielstrebig marschierte diese grüne Armee in Richtung des „Vorsängerblocks“, es war nicht zu erkennen, was der Grund für diesen plötzlichen Überfall war. Gewalttätigkeiten waren zuvor ebensowenig zu erkennen wie etwa das Abbrennen von Pyrotechnik, was für die Sicherheitskräfte ja normalerweise ein rotes Tuch ist. Die Polizei schoß mit Tränengas in die Menge als wenn es kein Morgen mehr gäbe. Völlig harmlose Besucher fragten die einzelnen Polizisten, was der Grund für deren plötzliche Aggressionen war. Als Antwort gab es Grinsen. Auf erneutes Fragen und der Bitte, den Namen zu nennen, setzte es eine Ladung Tränengas. Nachvollziehbar bei solch blöden Fragen.s04saloniki

Im Laufe der Zeit kam wurde dann die „Rechtsgrundlage“ für den Polizeieinsatz genannt: Im Spiel gegen die Griechen wagte es der Schalker Block, eine mazedonische Flagge zu hissen. Kein Witz, das war der Grund für das Einschreiten einer militärischen Hundertschaft. Die Polizei nahm „Volksverhetzung“ an und musste dann den Block mit ihren massiven Kamptruppen stürmen und eine Spur der Verwüstung in Kauf nehmen. Tränengas wurde in rauen Mengen verteilt, die Knüppel wurden gegen die gezückt, die sich das Einschreiten nicht gefallen lassen wollten.

Lange habe ich nicht mehr so ein unfassbares Verhalten der Polizei am eigenen Leibe erlebt. Die Begründung der Polizei ist mehr als ein schlechter Scherz. Abgesehen davon, dass ich nicht davon ausgehe, dass eine mazedonische Flagge einen Straftatbestand darstellen dürfte. Selbst wenn es so wäre: Moderne Fußballstadien sind in einer Art visuell überwacht, dass von jedem Zuschauer Passfotos gefertigt werden können. Selbst wenn es eine strafrechtlich relevante Flagge gegeben hätte, wüsste man „dank“ der umfassenden Bespitzelung der Zuschauer eines Fußballspiels, wer der/die Täter wären. Muss man diese dann ad hoc attackieren? Nein, man muss es nicht nur nicht, man darf es sogar nicht. Es widerspricht jeglichem Verhältnismäßigkeitsgrundsatz, wenn man (selbst unterstellt, die Fahne hätte nicht gehisst werden dürfen) mit Kampfmontur in eine Zuschauermenge einmarschiert, um dort derartig Krawall zu machen.

Wer auch immer diesen Einsatz in dieser Form angeordnet und nun zu verantworten hat, dass ersichtlich völlig unschuldige Menschen mit Tränengas bearbeitet wurden, wird sich erklären müssen. Er/sie kann sich eigentlich nicht entschuldigen. Berücksichtigt man das, was am letzten Wochenende in Dortmund passierte, muss man von einer neuen Strategie der Polizei NRW ausgehen, die sich gegen alles richtet, was böse nach Fussball riecht. Dort wurden Fans körperlich durchsucht, weil sie angeblich Transparente bei sich führten, die entweder die Polizei (mit dem Kürzel „ACAB“) oder aber den Vorstandsvorsitzenden der TSG Hoffenheim („Fadenkreuz“)  beleidigen sollten. Gefunden wurde aber nichts. Es gab also weder bei dem Einsatz in Dortmund als auch bei dem Einsatz auf Schalke einen Grund, der dieses massive Einschreiten gerechtfertigt hätte. Was kommt als nächstes? Das Einmarschieren einer Hundertschaft, weil der FC Bayern München beleidigt wird?

Es spricht vieles dafür, dass diese verschärfte Polizeitaktik auf eine grundsätzliche politische Entscheidung während der Sommerpause zurückzuführen ist. Innenminister von NRW ist der SPD-Politiker Ralf Jäger, dem man ja Ambitionen nachsagt, Nachfolger von Hannelore Kraft zu werden, wenn diese sich um den Job als Bundeskanzlerin bewerben wird. Sollte er tatsächlich für solche Einsätze verantwortlich sein, möchte ich persönlich ihn eher nicht mehr in der Politik sehen. Denn diese Einsätze unterscheiden sich nicht von denen, die man an Putins Russland anprangert.

Zu loben ist indes der Vorstand meines Vereins, der in einer Erklärung den völlig unverhältnismäßigen Polizeieinsatz anprangert. Ein Novum, solange ich Fußballspiele besuche und daher sicherlich besonders beachtenswert.

79 Responses to “Polizisten randalieren auf Schalke”

  1. Falkenhorst 22. August 2013 at 08:55 #

    Sehr schön geschrieben

    »Berücksichtigt man das, was am letzten Wochenende in Dortmund passierte, muss man von einer neuen Strategie der Polizei NRW ausgehen, die sich gegen alles richtet, was böse nach Fussball riecht.«

    Richtig düsterere Aussichten, da diese „Nasen“ nicht von Parfümeuren stammen. Ich warte auf den Tag an dem die Stadien mit folgenden Schildern werben: Stehplatzfreie Zone.

    Ein BVB-Fan ;o)

    • harry1954 22. August 2013 at 15:54 #

      Auf ein solches Verhalten der Polizei kann es nur zwei Antworten geben die aber leider die Solidarität aller Zuschauer oder Fans erfordern würde.
      Alle Zuschauer bleiben den Spielen fern sollen sie doch mal sehen was sie ohne uns sind.Nämlich nichts gar nichts.
      Die andere wäre:Alle Ultras alle Zuschauer egal von welchem Verein gehen gemeinsam gegen solche Polizisten vor so wie sie es auch tun.Es geht nicht an,dass wir uns in dieser Art und Weise terrorisieren lassen.Die Polizei der Staat und die Politik müssen verstehen,dass sie für uns da zu sein haben nicht wir für sie wir sind nicht ihre Knechte sie leben von uns wir bezahlen sie also haben sie Respekt vor uns zu haben.Wenn sie das so nicht verstehen dann werden wir ihnen zeigen wer das Volk ist.

  2. Parsest 22. August 2013 at 09:16 #

    Ein kurzer Schmunzler, da es den S04 betrifft. Allerdings schreibt Falkenhorst es schon richtig. Das Verhalten der Polizei in beiden Fällen ist absolut unverhältnismäßig. Damit treibt man den Teufel mit dem Beelzebub aus und radikalisiert die Fanlager.

    Ein weiterer BVB Fan ;-)

  3. Gurke 22. August 2013 at 10:17 #

    Jäger braucht Beute.

  4. Thomas Wings 22. August 2013 at 10:22 #

    Hier gibt es noch bewegte Bilder zu den Vorfällen:

    • Dennis Wagner 22. August 2013 at 13:38 #

      Nennen wir sie doch einfach Merkels Prügelnazis!!! Unglaublich aber wahr dürfte es schon am eigenen Leib erfahren ,Knüppel ins Auge ohne Grund !! Die Folge 14 Wochen krankgeschrieben,2 Operationen weil Augenhöhle, Augenboden,Jochbein und Orbitabodenknochen gebrochen. Anzeige gemacht ,Polizei macht Gegenanzeige ,bevor du dann deine Unschuld bewiesen hast ,ist 1 Jahr um und die Videoaufnahmen sind auf einmal weg dann durch alle Instanzen bis zur Generalstaatsanwaltschaft und oh Wunder „eingestellt“ und das Ende eines netten Fussballspiels waren dann 2500 Euro Kosten auf den man natürlich selber sitzenbleibt fast den Job verloren weil 14 Wochen krank und ne liebe Freundinn die das Traumata bis jetzt noch nicht verarbeitet hat.

      Danke Polizei

      • Peter Popp 22. August 2013 at 19:27 #

        Ihre Folgerung „Merkels Prügeknazis“ ist einfach falsch, denn die Polizei ist LÄNDERSACHE. Verantwortlich ist also die Polizei Gelsenkirchen (SPD-geführt) sowie die Landesregierung (unter Hannelore Kraft, ebenfalls SPD). Frau Merkel kann dafür absolut garnichts.

        • ratzfatz 24. August 2013 at 12:35 #

          Das ist aber mal eine wirklich feine Differenzierung ….

  5. Lena 22. August 2013 at 10:23 #

    Und ich möchte dem Text noch hinzufügen, dass diese mazedonische Flagge, um die es geht, öfters bei uns im Stadion hängt, durch die Fanfreundschaft zu Skopje. Als wir also gegen Piräus spielten, hing sie ebenfalls bei uns in der Kurve. Niemand störte sich daran. Genauso störte sich wohl niemand daran, dass Saloniki 4 Knallkörper zündeten, genauso wie 2 Bengalos. Dort ist nicht ein Polizist einmarschiert. Da stürmen sie lieber die NK und verletzten Frauen und Kinder. Es kamen nur griechische Durchsagen, es zu unterlassen. Gerechtigkeit fehl am Platz.

  6. Thomas 22. August 2013 at 10:49 #

    Herr Wings, bei der ganzen tollen Darstellung zur Videoüberwachung haben Sie leider „vergessen“ zu berichten, dass vermummte „Fans“ damit nicht identifiziert werden können…

    Meiner Ansicht nach sollten die Fußballvereine, statt sich über Polizeieinsätze zu beschweren, erstmal anfangen selbige zu bezahlen. Mir als Steuerzahler erscheint es nicht angemessen, dass ich dafür aufkommen muss obwohl ich die Spiele sicher im Pay TV ansehe.

    • Andreas 22. August 2013 at 10:57 #

      @Thomas: Wer solche Kommentare abgibt, war wohl noch nie auf einer Kirmes oder dem Münchener Oktoberfest. Wer kommt den da für die weitaus häufiger notwendigen Polizeieinsätze auf? Also bevor man solche unqualifizierten Kommentare abgibt bitte zuerst das Hirn einschalten! Danke!

      Ein Union-Fan!

      • Bayrischer 22. August 2013 at 12:26 #

        Was bitte macht ein Berliner bei uns auf der Wiesn?

        • Andreas 22. August 2013 at 12:32 #

          Soziale Studien! ;-)

    • Steuerheini 22. August 2013 at 11:31 #

      Bei einem Steuer- und Abgabenaufkommen per Annum von ca. 2 Millarden in den Profiligen Deutschlands denke werden ihre paar Nutscherl wohl nicht merklich an den 120 Millionen Kosten beteiligt sein.

      http://www.ich-fuehl-mich-sicher.de – bis ich die „Sicherheits“kräfte seh

    • nepa 27. August 2013 at 13:26 #

      Wenn vor mit Polizei steht und Pfefferspray nutzt bin ich der Erste der sich seinen Schal vors Gesicht zieht. Können Sie gerne mal testen, gibt es in ähnlicher Form im Handel.

      Per Videoüberwachung kann ich einen einzelnen Fan von seinem aktuellen Standort bis zurück zum Eingang rückverfolgen, spätestens da bekomme ich ihn unvermummt.

  7. Wolf 22. August 2013 at 10:52 #

    @ Thomas

    Hirn einschalten, dann tippen!

    Sie sollten erstmal überlegen welch Milliardengeschäft sich hinter dem Fussball verbirgt und stellen Sie sich mal vor, darauf werden Steuern gezahlt und stellen Sie sich mal weiterhin vor, davon werden Polizeieinsätze bezahlt……………..!

    Ich hoffe ich konnte Ihnen weiterhelfen

  8. Mattes 22. August 2013 at 11:01 #

    Wer auch mal die Seite der Polizei hören möchte:

    https://soundcloud.com/radio-emscher-lippe/tr-nengas-gegen-schalke-fans

    Vorsicht: Ganz harter Tobak. Gestern sind hunderte, ach was sage ich, tausende Menschen dank der Polizei mit Leib und Leben davon gekommen.

    • Micha 22. August 2013 at 13:58 #

      Eine Frechheit die Frau…. da kommt einem die Kotze Hektoliterweise hoch!

      • PromotorFidei 22. August 2013 at 22:02 #

        Wie bitte?

        Die Griechen wollten angeblich randalieren wegen der Flagge und deshalb wurde auf die Schalker losgegangen? Was für eine Logik.

    • ratzfatz 24. August 2013 at 12:38 #

      … und das auch nur, weil die NSA die Telefonate der Rädelsführer abgehört hat.
      Normalerweise wären jetzt unbemannte Kampfdrohnen zum Einsatz gekommen, aber die dürfen ja in Deutschland nicht fliegen. Also mußten andere Mittel her.

  9. cedric 22. August 2013 at 11:36 #

    Ich finde es abartig wie man überhaupt so vorgehen kann es wurden unschuldige verletzt egal ob Schalker oder nicht Schalker das ist unmenschlich der jenige der es jetzt im entefeckt zu verantworten hat das die Polizeitruppen einfache Zivilisten angegriffen hat und zuteil schwer verletzt haben sollte zur Rechenschaft gezogen werden und die Polizisten die mit Pfefferspray rumgesprüht haben als wenn sie in ihrem leben nichts anderes getan hätten sollten gleich ihren Job gekündigt kriegen Polizei ist zum helfen da und nicht um einfache Leute mit Pfefferspray zu attackieren

    Unglaublich wie weit die Leute heut zu tage gehen

  10. Hans Peter 22. August 2013 at 12:00 #

    Zwar finde ich die Wut auf die Polizeikräfte gerechtfertigt, aber der Bericht ist unterklassig verfasst. Ganz besonders der Spruch am Ende: “Denn diese Einsätze unterscheiden sich nicht von denen, die man an Putins Russland anprangert.“ So was zusagen ist einfach nur respekt -und niveaulos, den an solchen Aussagen erkennt man sofort, ob jemand davon wirklich Ahnung was eigentlich tagtäglich in Russland passiert!

    • Julan 22. August 2013 at 12:33 #

      Warum was ist den an diesem vergleich so „niveau- oder respektlos“ ?

    • Andreas 22. August 2013 at 12:34 #

      Na na na Hans Peter. Sie scheinen ja zu wissen, was in Rußland los ist, oder? Ich war oft beruflich dort. Und wenn ich ehrlich bin hab ich das Gefühl das die Einsatzkräfte ziehnmlich ähnlich vorgehen.

  11. Björn 22. August 2013 at 12:15 #

    Wenn jetzt neuerdings eine aktuell anerkannte Nationalflagge eine Volksverhetzung darstellt, dann freue ich mich auf den nächsten Staatsempfang…Anzeige folgt!

    Und um das mal aufzuklären:
    Dies hier ist die Fahne im Block von GE:
    http://www.reviersport.de/include/images/articles/wide/000/243/462.jpeg
    Dies hier ist die Landesfahne von Mazedonien:
    https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Flag_of_Macedonia.svg
    Der Vorwurf wird immer bekloppter.

    Daneben ist das Rechtsverständnis in GE bei den Behörden interessant. A bedroht B und dafür wird B verprügelt. Wenn ich jetzt die Polizei bedrohe, wer verprügelt denn dann wen…ach nur so ein grotesker Gedanke zu den grotesken Ansätzen…

    Menschenrechte enden nicht am Stadiontor! Punkt.

    (Ein Herthaner)

  12. Fandom 22. August 2013 at 12:40 #

    Ist das ihr Ernst , Hans Peter ?

    Der Bericht legt zunächst sachlich die Fakten dar und dieses Schlusszitat ist sogar vollkommen zutreffend, eine Polizei-Sprecherin sagte im Interview:

    „Die griechischen Fans fühlten sich durch die Mazedonischeflagge zu tiefst verunglimpft“, das die griechen alles abfackelten was dabei ging ist in dem Moment egal, desweiteren wurde der Einsatz als „Verhältnismäßig“ beschönigt. Natürlich es ist verhätnismäßig das jetzt ein junger Schalker Anhänger, auf der Intensivstation liegt, Ja ?

    Es sind nunmal genau diese Zustände, die den Vergleich zu Russland zu lassen, denn diese Verhältnisse werden wir auch bald beim Fußball zu spühren bekommen, wenn das so weiter geht.

    (Festsetzen von Fans an Unterschiedlichen Orten [Beispiel das Spiel Bochum Duisburg] , Durchsuchung in Dortmund, Blocksturm in Schalke etc.)

    In dem Sinne, Freiheit für Fußballfans, denn wir sind keine Verbrecher !

  13. Steffi 22. August 2013 at 13:22 #

    Kein Kommentar!

  14. Babsi 22. August 2013 at 14:06 #

    Ich war nicht dabei und kann somit wirklich nicht beurteilen wie die Polizisten reagiert haben. Wenn sie wirklich gegrinst haben ist es absolut unfassbar. Aber ich kenne einige Polizisten und deren Geschichten und möchte deswegen auch auf deren Situation hinweisen: Die machen das nicht immer in der Form in freien Stücken, auf der einen Seite sind es die Befehle von oben. Natürlich ist fraglich, ob man immer jeden Befehl einfach ohne nachdenken durchführen sollte. Aber auf der anderen Seite reagieren die Polizisten so extrem und auch in der Montur aus Angst. Angst ihr Leben zu lassen und es handelt sich bei Polizisten – man mag es kaum glauben – um ganz normale Menschen mit Familie. Es gibt genug Polizisten die bei eig. harmlosen Einsätzen ihr Leben lassen mussten oder schwer verletzt wurden. Du siehst einem Menschen nicht an wie er reagiert. Bei Fußballspielen gibt es einige die nur da sind um irgendwie zu provozieren, aber das siehst du keinem an. Natürlich ist es einfach nur daneben, dass man die eigenen Leute so behandelt, werden im Gästeblock Pyrotechnik und ähnliches zu sehen war. Und dort nicht eingegriffen wurde.
    Im Normalfall ist der Gedanke bei solchen Einsätzen Ausschreitungen zwischen den Fangruppen zu verhindern. Aber ich gebe dir absolut recht, dass diese Art des Umgangs einfach übertrieben war. Verletzungen in dieser Form sollten in dieser Situation nicht vorkommen. Trotzdem möchte ich einfach auch darauf hinweisen, dass Polizisten teilweise überreagieren, weil sie Angst um ihr Leben haben und das darf man einfach nicht vergessen.
    Aber irgendwas muss sich ändern, weil so macht es wirklich keinen Spaß mehr ins Stadion zu gehen. Vorallem wenn beim BVB und bei Schalke so vorgegangen wurde, wie wird das erst beim Derby? Geisterspiel aus Angst vor Ausschreitungen?

    • amfa 22. August 2013 at 14:56 #

      Bei Fußballspielen gibt es einige die nur da sind um irgendwie zu provozieren

      Die tragen meistens grün

      Ich will hier nicht gegen einzelne Polizisten hetzen, zumal eine gute Freundin von mir auch Polizistin ist. Aber gegen die „oben“. Mal ernsthaft wer befiehlt so einen dämlichen Einsatz?
      1. Der Grund mit der Flagge
      2. Einen vollen Block stürmen KANN nicht gutgehen, spätestens wenn der erste unschuldige das Pfefferspray abbekommt, wird auch der ein oder andere eigentlich friedliche Fan sehr sauer, vorallem wenn so ein „Robocop“ gegenüber steht.
      Da bekommt man es doch mit der Angst und Angst kann auch zu agressionen führen.
      3. Hat man vorher überhaupt versucht darauf hinzuwirken, dass die Flagge freiwillig eingerollt wird? (gut hätte ich auch nicht gemacht aber das ist ein anderes Thema)

      • Babsi 22. August 2013 at 15:32 #

        Ich kann dir aber aus Erfahrung sagen, dass nicht jeder der provziert grün trägt und auffällt. Einige Leute ticken ja schon aus, wenn du ihnen sagen musst, dass es leider nur Alkoholfreies Bier gibt, weil die UEFA das so angeordnet hat. Dann will ich gar nicht erst wissen wie die bei anderen Sachen reagieren. Da ist doch Krawall gleich vorprogrammiert.

        Natürlich ist der Einsatz total falsch gewesen. Die Art und Weise ist zu kritisieren, das warum und vorallem das bei den Gästen nicht eingegriffen wurde, außer über Aussagen durch die Lautsprecher.
        Angeblich gab es vorher Ansagen die Flagge weg zu machen und angeblich auch mit Begründung. Da hätte man vielleicht so vernünftig sein und es machen sollen. Manchmal muss man eben auch Dinge machen, die einem nicht so passen um schlimmeres zu vermeiden. Es bringt nichts immer mit dem Kopf durch die Wand zu wollen. Ein miteinander ist generell nur möglich, wenn man sich an bestimmte Regeln hält.
        Die Bekleidung der Polizisten ist übertrieben, aber heute leider fast nicht mehr anders möglich. Selbst bei Ausweiskontrollen tragen die teilweise schon Schutzwesten und stehen unter hoher Anspannung. Und wenn ich mir die Leute angucke auf den Fotos von gestern – ich verstehe deren Ärger – hätte ich ehrlich gesagt auch Angst. Aber auch auf der anderen Seite als Fan.

        Das Problem lässt sich nur leider schwer lösen, so lange beide Seiten immer weiter gegeneinander arbeiten und es auf beiden Seiten immer wieder schwarze Schafe gibt. :/

    • Zypri 22. August 2013 at 15:09 #

      Auch, wenn ich die Polizeiseite mitbetrachte – und im übrigen „ACAB“ völlig fehl am Platze finde – bin ich gänzlich anderer Meinung:
      Die Polizisten sind Profis – die müssen das abkönnen. Die haben sich diesen Beruf ausgesucht und bekommen Geld dafür. Kaum ein anderer hat so eine Sicherheit seinen Arbeitsplatz zu behalten, denn Polizisten sind als Beamte grundsätzlich nicht kündbar. Wenn ich im meinem Job scheisse baue, dann muss ich auch dafür gerade stehen. Der Türsteher kann auch eine verpasst bekommen, der Taxifahrer ebenso, Wirte werden nicht selten Opfer aggressiver und alkoholisierter Gäste. Wieso muss jeder seinen Job korrekt machen, aber der Polizist ist hinterher als einziger nicht der Doofe (vgl. nur den Fall Oury Jalloh)?
      Und wenn der Einsatzleiter es verbockt, dann muss einer vom „Fußvolk“ eben den Befehl in Frage stellen. Wenn ich meinem Chef nicht sage, dass er scheisse baut, bekomme ich hinterher sogar einen auf den Deckel dafür!

      • Babsi 22. August 2013 at 15:26 #

        Entschuldige, aber wie kannst du bitte Angst sein Leben zu lassen und Arbeitsplatzsicherheit vergleichen?
        Ich finde den Einsatz ja auch völlig übertrieben und unverständlich und natürlich haben sich die Leute ihren Beruf selbst ausgesucht. Aber was passiert denn, wenn den keiner mehr machen will? Weißt du wieviele Polizisten bei harmlosen Einstäzen drauf gehen? Kriegen von nem Junkie ne Spritze ab, werden bei einer normalen Ausweiskontrolle erschossen, werden bepöbelt. Natürlich gibt es genug Polizisten die dafür sorgen, dass die Leute generell negativ reagieren. Aber nicht alle sind so. Ich habe genug Polizisten erlebt die freundlich mit mir umgegangen sind und wenn man ihnen freundlich gegenübertritt (in so einer Situation wie im Stadion ist das absolut was anderes), dann sind die auch freundlich zu dir und helfen. Ich hab bisher persönlich noch keine negativen Erfahrungen gemacht.
        So wie es im Stadion war, dass man muss wirklich kritisieren und ich denke auch, dass da jetzt einige Diskussionen kommen werden. Aber man darf nicht vergessen, der der die Entscheidung getroffen hat, hat im Normalfall (ich kenen ihn ja nicht persönlich) nur gewollt, dass nichts schlimmeres passiert.Dabei aber eindeutig unterschätzt wie es wird, wenn er seine Leute mit Pfefferspray und Schalgstöcken darein schickt. Aber wenn ich dann sehe, dass sich die Fans teilweise direkt vermummen, dann fühlt sich ein Polizist in seiner Meinung auch bestätigt.
        Wir können aber so etwas nicht mit neuen Aggressionen bekämpfen, sondern versuchen jeder einen Schritt auf den anderen zuzugehen. Dabei hoffe ich sehr, dass die Polizei sich von nun an zurücknimmt und besser nachdenkt bevor sie handelt. Aber vielleicht müssen einige Fußballfans auch etwas mehr Kooperation zeigen.
        Angeblich sind die Fans vorher aufgefordert worden die Flagge runterzunehmen und da muss man sich dann mal überlegen auch ab und zu mal zu hören. Dann hätten sie vielleicht nicht gleich so eingegriffen. Natürlich soll man nicht immer kuschen, aber wenn man schlimmeres verhindern kann wäre es die weit aus bessere Lösung.
        Natürlich erwarte ich aber auch, dass die Gäste genauso deutlich darauf hingewiesen werden ihre Aktionen zu unterlassen die dafür sorgen, dass sich unsere Fans angegriffen fühlen.

        • Florian 22. August 2013 at 17:44 #

          Ich möchte ihnen etwas zu der Vermummung sagen. Diese hat nämlich ein paar Gründe. 1. Es ist ein Selbstschutz gegen (viel zu oft verwendetes) Pfefferspray. 2. Der Großteil dieser „Vermummten“ ist regelmäßiger Stadiongänger und die haben sehr negative Erfahrungen damit gemacht in die Kamera der Polizei zu geraten, da jegliche Personenfeststellung meistens ein Stadionverbot nach sich zieht, auch wenn nichts verbrochen worden ist (siehe Stadionverbote für Ultras wegen der bekannten Flughafen-Sache). 3. Es trägt mit Sicherheit nicht zu Deeskalation bei, wenn 130 behelmte Polizisten in einen Block einmarschieren auf gröbste Art und Weise, von denen man mit Glück die Augen erkennen kann. Straftaten seitens der Polizei, die durchaus sehr häufig vorkommen, werden fast nie verfolgt. Haben Sie schon einmal bei einem solchen Einsatz nach dem Namen oder der Dienstnummer eines Polizisten gefragt? Jenes Unterfangen ist recht schwierig. Meistens bekommen Sie entweder blöde Antworten wie „Das geht dich ein Scheiß an“ oder eine Ladung Pfefferspray ins Gesicht.

          Ich will allerdings gar nicht leugnen, dass es auch auf seiten der Fans gewaltbereite Hooligans gibt, die so eine Auseinandersetzung provozieren. Eine selbige wurde allerdings meinerseits während des gesamten Spiels, das ich in Nähe zu den griechischen Gästen verbracht habe (ausnahmsweise), nie offensichtlich. Auch das sich die PAOK-Fans provoziert gefühlt haben war für mich nicht ersichtlich. Man darf sich als Polizei nicht wundern, dass wenn ich aggressiv versuche Eigentum einer Gruppierung aus fahdenscheinigen Gründen abzunehmen nicht über Gegenwehr wundern. Und was meinen Sie? Hätten Sie sich nicht gewehrt wenn sie mit Schlagstöcken und Pfefferspray attackiert würden? Ich bin ein „Ultra“, der den Fußball, das Spiel lebt und die Mannschaft unterstützt. Ich bin sehr tolerant eingestellt gegenüber anderen. Allerdings finde ich, dass zwischen gewaltsuchend und wehrend ein großer Unterschied liegt.

          Ich bin der Meinung das jeder an diesem absolut hirnrissigen Einsatz beteiligte Polizist in einem Einzelverfahren für das, was er getan hat zur Rechenschaft gezogen werden sollte. Von „Fußvolk“ bis Einsatzleiter. Selbst ein Soldat kann dafür nicht belangt werden wenn er einen Schießbefehl aus Gewissensgründen nicht ausführt, warum also nicht ein selbstdenkender Polizist der das Reizgas weglässt?!

          In der Pressemitteilung der Polizei Gelsenkirchen heißt es die 2000 griechischen Fans haben mit Platzsturm etc. gedroht. Das bedeutet für meine Begriffe, dass ich mich als Polizei so platziere das diese 2000 griechischen Fans ihre Drohungen, die ich mal sehr in Frage stellen mag, nicht wahr machen —> im Gästeblock, wo das ganze Spiel über Knallkörper geflogen sind.

          • Babsi 22. August 2013 at 18:09 #

            Hätten Sie meine Beiträge genauer gelesen, dann wüssten Sie jetzt, dass ich niemals nur die Polizei verteidigt habe.
            In dieser konkreten Situation haben sie eindeutig falsch reagiert – das habe ich bereits mehrmals betont. Trotzdem darf man in meinen Augen nicht die Menschen dahinter vergessen. Warum tragen sie diese Schutzkleidung? Weil in anderen Fällen Kollegen einfach abgestochen oder schwer verletzt wurden. Natürlich gibt das die falschen Signale. Aber es ist der Job dieser Leute, dass ist nicht deren Freizeit und jeder von uns möchte in seinem Job geschützt sein. Sei es Schutzkleidung gegen Verbrennungen, gegen Lärm oder aber auch gegen körperliche Angriffe. Natürlich hat die Polizei dazu beigetragen, dass die Leute ihnen gegenüber immer negativer reagieren, aber irgendwann muss es auf beiden Seiten aufhören.
            Bezüglich der Vermummung, die Gründe sind gut und schön und ich verstehe das auch zum Schutz gegen das Pfefferspray, aber was ist mit denen die von vorne rein mit einem gewissen Aggressionspotenzial und so vermummt auftauchen? Ich persönlich finde das genauso beängstigend. Da geht man automatisch in Abwehrhaltung und reagiert unter Umständen falsch. Diese Videoaufnahmen und Reaktionen darauf sind absolut doof, aber leider gibt es eben genug schwarze Schafe und irgendwie muss man an diese rankommen. Wenn Sie eine Lösung haben wie man anders diese schwarze Schafe aus dem Stadion bekommt – die eben nicht da sind um die Mannschaft anzufeuern, sondern nur stunk machen – dann geben Sie das doch an die Polizei weiter. Es ist natürlich bescheuert, wenn Leute da reingeraten die nichts dafür können, aber das passiert überall. Es gibt sicher Polizisten die sich da gestern zurück gehalten haben und die werden jetzt trotzdem mitverurteilt, weil sie mit drin standen. Natürlich war es schon daneben darein zu gehen, aber schlimmer ist auf jedenfall die Tatsache mit dem Pfefferspray und den Schlagstöcken.
            Es war ein absoluter Fehler, dass nicht bei den Gästefans eingegriffen wurde, dafür aber wegen sowas bei unseren eigenen Fans. Finde ich absolut daneben. Das mit der Platzstürmung wusste ich nicht mal. Aber dieses komplette Verurteilen ist auch der falsche Weg.
            Und ich habe übrigens bei einer Demo bereits nach Namen und Dienstnummer gefragt und die Auskunft bekommen. Aber es ist immer die Frage wie ich den Polizisten gegenüber auftrete. Natürlich müssen auch diese an ihrem Auftreten eindeutig arbeiten, aber es ist wie überall im Leben: Wie ich in den Wald hinein rufe so schalt es heraus. Gilt für beide Seiten und es ist einfach an der Zeit, dass sich alle an einen Tisch setzen und ein Weg gefunden wird, der für alle in Ordnung ist.
            Aber egal was passiert, es sollte einfach keiner vergessen, dass es sich bei beiden Seiten um Menschen handelt. Menschen mit Familie. So wie die eine Seite nicht sinnlos ausrasten sollte, so sollte es auch die andere Seite nicht tun.

            Übrigens so wie Sie fordern, dass jeder Polizist von gestern in einem Einzelverfahren zur Rechenschaft gezogen werden sollte, so wird es auch bei den Leuten der Videoaufnahmen gemacht. Und wie Sie selbst festgestellt haben, sind auch dort Leute dabei, die nichts damit zu tun haben. Man kann nicht auf der einen Seite etwas fordern, wenn es auf der anderen Seite schon zeigt, dass es so nicht fair funktioniert. Natürlich müssen die Verantwortlichen auch bei der Polizei ihre Strafe abkriegen, aber eine Verallgemeinerung ist auch hier in meinen Augen unangebracht.

        • Blindeye 25. August 2013 at 10:20 #

          2 Dinge:

          1/ Gerade weil der grösste Teil Polizisten einen guten und imagefördernden Job machen, muss der andere Teil zur Rechenschaft gezogen und „umgeschult“ werden. Für mich persönlich wiegt der nachträgliche Versuch der Rechtfertigung der Polizei wesentlich schwerer. Für den Fall einer nicht lückenlosen Aufklärung und Aufarbeitung sehe ich grösste Probleme auf die Polizei zukommen

          2/ Niemand wird dem Einsatzleiter den Versuch absprechen (zumindest noch nicht), die Situation zu entspannen. Er ist jedoch für die Folgen verantwortlich und hat augenscheinlich mehrere Gesetzesverstösse zu verantworten. Hierfür muss er zur Verantwortung gezogen werden. Dummheit schützt vor Strafe nicht

    • Björn 22. August 2013 at 16:00 #

      Das Polizisten „normale Menschen“ sind, kann man noch nachvollziehen. Inwiefern jetzt nur dieser Beruf in einer Einsatzhundertschaft ausgewählt wurde und vor allem ‚warum‘, müsste man anderweitig diskutieren. Nur eins bereitet mir Bedenken:

      Die Polizisten in voller Montur, bewaffnet mit Sicherheitshelm mit Visier, kompletter Körperpanzerung, Schlagstock, Handschellen/Kabelbindern und Großpackung Reizgas, teilweise sogar mit Atemschutzmaske (siehe Video) und mindestens teilweise sichtbar mit Pistole (siehe Video) haben also Angst, wenn sie trainiert und dafür ausgebildet mit 200 Mann+Frau in einen Fanblock ziehen.

      Dort stehen sie dann Menschen gegenüber mit (Basecap,) T-Shirt/Pullover und Jeans. Ohne Körperschutz, ohne Gesichtsschutz, ohne Kopfschutz und irgendwie 40 oder 50 haben ein paar hohle flexible Rohre aus dem Baumarkt (ohne Bewegungsfreiheit).

      Entschuldige bitte, aber ich kann kein Verständnis aufbringen, wenn dies so geschieht, wie es geschehen ist! Wer hat da Angst vor wem? Und warum?

      Eine Grundlage zur Deeskalation wären Gespräche. Die wurden angedeutet vom IM Jäger. Dann kam Dortmund. Jetzt kam Schalke. Wie würdest du als Fan die Situation empfinden und wie reagieren, wenn vor deinen Augen männliche und weibliche Fans und sogar Sanitäter von der Polizei mit Knüppel und Tränengas verletzt werden und die Sanis erst nicht mal an Verletzte rangelassen werden?

      • Babsi 22. August 2013 at 16:16 #

        Da hast du mich falsch verstanden! Ich finde das viel zu extrem und ich bin auch kein Befürworter dieser Montur!
        Aber aus Angst wurde bzw. wird immer mehr getragen. Es fängt an mit einer Schutzweste und geht immer weiter, einfach deshalb weil in harmlosen Situationen die Polizisten abgestochen werden oder ähnliches. Natürlich ist auf Grund der vorherigen Kontrollen die Chance niedirg, dass einer dort drin eine Waffe hat, wobei die Mitarbeiter nicht konrolliert werden. Aus Angst hat man zu dieser Bekleidung gegriffen und ich muss ehrlich sagen, wenn ich da teilweise dann sehe, dass die Fans sich vermummen finde ich das auch nicht gut. Natürlich ist das keinerlei Schutz, zeigt aber zumindest für mich ein gewisses Angriffspotenzial. Wenn ich im Winter mit Schal vor dem halben Gesicht und manchmal in ganz schwarz rumlaufe, dann laufen die Leute vor mir auch schneller aus Angst. Ist ja auch irgendwie verständlich – wie sind die Leute in die Bank, wenn sie Geld wollten? Vermummt. Es ist etwas unnatürliches und macht uns Angst und selbst wenn ich deutlich geschützt bin, steht man unter Anspannung.
        Ich finde diese Aktion zu 100% falsch – etwas anderes sollte bei meinen Worten nie raus kommen. Trotzdem darf man nicht vergessen, dass die Polizisten die da rein sind ihren Job gemacht haben. Natürlich muss man auch überdenken, ob man alles immer so macht wie es einem vorgeschrieben wird. Und das man krass zuschlägt und los sprüht muss absolut nicht sein.
        Und ich sehe es ja auch so, dass sich alle beteiligten an einen Tisch setzen müssen und in Ruhe darüber reden müssen. Die Problematik wird – wie überall im Leben – nur sein, dass es immer schwarze Schafe geben wird auf beiden Seiten und so vermutlich immer zu Problemen führen wird.
        Du siehst einem Menschen nicht an, was in seinem Kopf vorgeht. Du siehst einem Fan nicht an, ob er böses will oder einfach nur das Spiel genießen möchte. Du siehst einem Polizisten nicht an, ob er jetzt gerne einfach zuschlagen will oder für die Sicherheit der Fans sorgen möchte. Es mag bei den negativen Beispielen nur um wenige gehen, aber du weißt es eben nicht. Und man hat einfach durch andere Ereignisse Angst, dass solche „Kleinigkeiten“ wie das mit der Fahne zu etwas anderem führen kann. Prügeleien der schlimmsten Sorte und Massenpanik.

        Ich bin selbst Fan und war im Stadion – nicht häufig, aber ich war schon da und ich muss sagen, dass ich auf der einen Seite Angst hatte vor einigen Fans. Die haben ohne ersichtlichen Grund Fans der gegnerischen Mannschaft angegriffen oder durch Gesänge immer nur provoziert. Natürlich gehört das dazu und macht ja auch irgendwie Spaß, aber es gibt Grenzen. In solchen Situationen – die vorallem um das Stadion aufkamen – war ich sehr froh, dass die Polizei in direkter Nähe war. Mir war aber auch nicht klar, dass wenn ich Pech habe, da mitreingezogen werde und eins auf die Kappe kriege. Finde ich im Nachhinein genauso beängstigend.
        Ich finde ein Stadionbesuch sollte Spaß und keine Angst machen. Dafür muss die Polizei eindeutig etwas an ihrem Verhalten und Auftreten ändern, aber auch die Fans müssen an vielen Stellen etwas kooperativer sein. So wie das im Leben nun mal ist, ein zusammenleben ist nur dann möglich, wenn sich beide Seiten an gewisse Regeln halten und zusammen arbeiten.

        • Björn 1. September 2013 at 06:54 #

          … Du siehst einem Menschen nicht an, was in seinem Kopf vorgeht. Du siehst einem Fan nicht an, ob er böses will oder einfach nur das Spiel genießen möchte. Du siehst einem Polizisten nicht an, ob er jetzt gerne einfach zuschlagen will oder für die Sicherheit der Fans sorgen möchte. …

          Ich hoffe, du gehst nie auf die Straße!

          Entweder stimmt die Variante, dass du niemand in den Kopf gucken kannst, dann ist es lebensgefährlich und unverantwortlich da raus zu gehen ohne Kontrolle und Schutzweste. Oder man akzeptiert die Gewalteskalation, wobei aus dem Gewaltmonopol der Polizei eine besondere Verantwortung erwächst. Eine Verantwortung in der nicht jeder Befehl ohne Hirneinsatz befolgt werden muss und dabei dann noch die möglichst gewaltvolle Variante gewählt wird. Der Unterschied zwischen Bürger und Polizei ist halt eben jenes Gewaltmonopol, wegen dem einzelne Berufsgruppen Sonderrechte benutzen. Rechte um andere zu schützen (die das nicht haben) und nicht um es dort gegen diese anzuwenden.

          Übrigens gibts echt coole und nette Leute, die vorrangig schwarz tragen. Ist nicht mein Ding, aber das gibt es wirklich. Angst überwinden! ;-)

  15. Mirco 22. August 2013 at 14:55 #

    Volksverhetzung?
    § 130 StGB scheint ja ein ziemlicher Gummiparagraf zu sein.

  16. Fähnlein Fieselschweif 22. August 2013 at 15:51 #

    Die Reaktion der nordrhein-westfälischen Polizei war für die Schalker doch vorhersehbar. Schließlich hat der polizeiliche Kampf gegen unerwünschte Flaggen in NRW bereits Tradition: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/demo-in-duisburg-polizei-stuermt-wohnung-und-haengt-israelfahne-ab-a-601058.html

  17. Andreas 22. August 2013 at 16:17 #

    Wer die armen Bereitschaftspolizisten verstehen möchte, dem sei folgender Beitrag empfohlen:
    http://derstandard.at/1343745036158/Polizisten-brauchen-Liebe-Harmonie-und-Ordnung

  18. Tränengas 22. August 2013 at 18:22 #

    Auch wenn’s ein wenig klugscheißerisch klingt: was die Bullen in Deutschland einsetzen, ist Pfefferspray (OC, Oleoresin Capsicum) und kein Tränengas (CN, CS, CR). Sind unterschiedliche Einsatzmittel mit unterschiedlichen Wirkungen, die auch unterschiedliche Gegenmaßnahmen und Hilfsmaßnahmen für Getroffene erfordern. Pfefferspray wurde aus verschiedenen Gründen als Ergänzung zu Tränengas eingeführt und hat letzteres mittlerweile im Einsatz nahezu vollständig ersetzt. Zu diesen Gründen gehört, dass CN/CS/CR sehr viel schwerer kontrolliert einsetzbar ist, die Gasgranaten leicht zurück zum Absender befördert werden können, es durch die weißen Wolken schwierig ist, verwertbare Filmaufnahmen anzufertigen, es in bestimmten Witterungsbedingungen (starker Wind, tiefe Temperaturen) schlagartig an Wirkung verliert.

    Im Allgemeinen gilt: wenn der Bulle die Dose in der Hand behält und damit herumsprüht, ist es Pfefferspray; wenn er die Dose in die Menge wirft und diese anfängt, weißes Aerosol auszustoßen, ist es Tränengas.

  19. Eine BVB-Fanfrau 22. August 2013 at 18:51 #

    Jetzt mal ganz ehrlich. Seit wann lässt sich die deutsche Polizei von griechischen Fans erpressen? Es kann doch nicht sein, dass von den Griechen mit Gewalt gedroht wird und die Schalker sie drauf kriegen. Meiner Meinung nach hätte die Polizei die PAOK-Fans einkesseln sollen. So hätten sie auch erreicht, dass unbeteiligte Besucher geschützt werden(siehe Stellungnahme der Polizei GE). Und Gründe genug hätte es dafür doch gegeben (Böller, Pyro) So ist genau das Gegenteil passiert, denn nur einer hatte die Fahne. Der Rest war UNBETEILIGT! Seit wann entscheidet ein griechischer Polizist darüber, was Gesetz in Deutschland ist? Und warum handelt die deutsche Polizei danach? Ich durfte gegenüber der Polizei bei einer Anzeige noch nicht einmal eine begründete Vermutung über einen evtl. Täter offen sagen. Ich war schon mehrfach im Stadion und hatte NIE, weder vor noch während oder nach einem Spiel Angst, dass mir etwas passieren könnte. Ganz im Gegenteil. Egal welche Fans um einen herum waren, man hat sich gegenseitig geneckt, aber konnte nach dem Spiel immer noch vernünftig miteinander reden. Diese Rivalitäten gehören einfach dazu. Ohne diese würde es doch auch nur halb so viel Spaß machen. Aber nach diesen Ereignissen muss ich sagen, dass ich schon ängstlich bin vor dem nächsten Stadion Besuch. Wenn die Polizei wegen solcher Kleinigkeiten, die in keinem der Vorfälle (DO, GE) rechtswidrig waren, so reagiert, wer kann mir dann versichern, dass das nicht auch passiert, wenn ich schwanger oder später mit Kind im Stadion bin? Und wer übernimmt dann die Verantwortung dafür, wenn da etwas passiert? Die Polizisten sicherlich nicht, denn diese waren, trotz ihrer Pflicht dazu, nicht bereit, ihre Namen preiszugeben. Und aufgrund der Montur ist eine Personenbeschreibung nicht möglich. Ich als Krankenschwester habe schon mehrfach erlebt, dass z.B ein Junkie ausflippt und beißt oder kratzt. Wer sagt mir, dass ich mich dabei nicht mit HIV oder Hep C infiziere? Trotzdem kann ich nicht tun und lassen was ich will. Und wenn ich durch mein Handeln einen Menschen verletze oder sogar unabsichtlich töte, muss ich dafür auch die Konsequenzen tragen. Deshalb sollte man immer genau überlegen was man tut und auch, ob eine Anordnung richtig ist oder man selber damit vielleicht einen Fehler macht. Aber die Staatsmacht sitzt da leider am längeren Hebel.
    Ich könnte mich noch ewig auslassen. Ich frage mich wirklich, ob ich hier in Deutschland bin.
    Für mich gibt es da dringend Handlungsbedarf. Nicht nur von Seiten der Vereine und der Fans, sondern auch von der DFL und der Regierung, denn diese Art mit Menschen umzugehen widerspricht unseren Gesetzen.

  20. Ultra (Kategorie C) 22. August 2013 at 19:01 #

    Endlich mal wieder jemand, der sich als Szeneanwalt profiliert.

    Zu den zahlreichen neuen Mandaten aus der Ultra- und Hooliganszene kann ich nur von Herzen gratulieren.

  21. Stefan 22. August 2013 at 22:00 #

    Das es eine neue Strategie der NRW Polizei gibt, glaube ich auch. War am Samstag beim Spiel Gladbach gegen Hannover. Eigentlich ein Spiel ohne grosses Gewaltpotenzial.

    Erstens wurden die Hannoveraner aufgefordert 15 Minuten länger in Block zu bleiben.

    Als ich nach dem Spiel aus dem Stadion kam, war ich erstaunt, das die Polizei in vierer Gruppen Rücken an Rücken sich gegenseitig absichert in voller Kampfmontur dastand.

    Ebenfalls finde ich seltsam, das trotz Wahlkampf die Politik dieses Tema nicht aufgreift.

    • Björn 1. September 2013 at 06:58 #

      Guck genau hin. Aber erwarte es nicht bei den „reichweitenstarken Sendern“. Es gibt Menschen die das machen. Und zwar schon lange vor dem Wahlkampf. Gerade in NRW habt ihr da ein paar politisch Aktive.

  22. Bjoern 23. August 2013 at 05:15 #

    In der Sache habt ihr ja recht, aber eure Polemik macht euch unglaubwürdig. Und wie kann man sich darüber beschweren, dass bei den Bengalos nicht eingegriffen wurde? Wird in der Bundesliga doch auch nicht. Und dieses Gerede von rivalisierenden Fangruppen, die sich nun zusammenschliessen um sonstwas zu machen, zeigt die intellektuellen Grenzen einiger Autoren auf…

  23. deltongo 23. August 2013 at 07:18 #

    Laut Radio Emscher Lippe war vorgestern Klaus Noske (CDU) für den Polizeieinsatz verantwortlich, der von den Bochumer Fans auch schon den Goldenen Schlagstock erhielt (http://www.derwesten.de/staedte/witten/polizist-klaus-noske-geht-nach-schalke-id6646655.html). Ich würde vermuten, für die Strategie, wie mit den Fans in NRW umgegangen wird, ist Innenminister Jäger (SPD) verantwortlich. Wenn jetzt ein Einsatzleiter aber kurzfristig die Nordkurve stürmen lässt, weil ein Polizist aus einem anderen Land den Straftatbestand der Volksverhetzung erkannt haben will, dann sehe ich da nicht die übergeordnete Strategie des Ministers. Es liegt aber am Innenminister, ob er den Polizeieinsatz für gut heißt und ob es Konsequenzen für die Einsatzleitung gibt. Da die Polizeisprecherin im Interview, die sowas nicht zum ersten Mal macht und entsprechend gebrieft wurde, nicht einmal erklären konnte, woran denn jetzt die Volksverhetzung festzumachen ist, scheint mir dem ersten Anschein nach, dass er Einsatzbefehl recht willkürlich kam. Ein bisschen danach klingt auch Noskes Statement („… wurde mir erst während des Spiels klar …“).

  24. JS 23. August 2013 at 08:36 #

    Die Landesflage von Mazedonien war das nicht. Das Wappen von Vardar Skopje ebensowenig. Die Flagge wird von den Griechen – insbesondere im griechischen Teil des historischen Mazedonien – wohl zu recht als nationalistisch und aggresiv empfunden, etwa so wie unsere Reichskriegsflagge von unseren Nachbarn, oder sehe ich das falsch? Unabhängig vom Gegner hat eine solche Flagge auf dem Fußballplatz nichts verloren.

    Andererseits ist die Polzeilogik natürlich auch beeindruckend. Damit müsste man in den „national befreiten Zonen“ in den neuen Bundesländern Ausländer, die sich dahin verirren, wegklatschen, damit die Nazis nicht aggressiv werden.

    Schön immerhin, dass der verantwortliche Polizist Noske heißt.

    • Mirco 23. August 2013 at 10:09 #

      Das war eine Flagge der Fangruppe „Komiti Düsseldorf“. Ich könnte mir auch vorstellen, dass die Fahne deutschstämmiger Fans eines ausländischen Vereins, mit Symbolen wie Bundesadler oder schwarzrotgold verziert werden und dann bei Gastfans aus anderen Ländern (Holland?) doppelt schlecht ankommen. Nur seh ich da weder Volksverhetzung, noch Rechtfertigung für einen Blocksturm.

  25. David 23. August 2013 at 11:48 #

    Ich denke, zur Unverhältnismäßigkeit und der Tatsache, dass definitiv der falsche Block gestürmt worden ist, ist alles gesagt.

    Ich würde mich freuen, wenn möglichst viele jetzt die Polizei Gelsenkirchen / NRW – in Person Klaus Sitzer als Einsatzleiter – wegen schwerer Körperverletzung anzeigen: anzeige@polizei.nrw.de

    :D

  26. ... 23. August 2013 at 14:19 #

    auch ganz interessant:
    http://www.transfermarkt.de/de/1000-freunde-die-zusammen-stehn–die-fans/topic/ansicht_16_373648_seite21.html#p1058954
    http://schalke-unser.de/

    welche fragen auch gestellt werden sollten:

    warum gab es keine blocksperre?
    wäre nicht unüblich, gerade bei int. spielen und wenn es sich um blutrünstige barbaren handelt

    welche beweise bzw hinweise gibt es,dass paok wirklich stürmen wollte?
    die findet man nämlich kaum

    wie sah es bei den anderen „heissen spielen “ id arena aus?
    derby,psg,türkische vereine etc

    was geschah nach spielende, als paok auf schalker traf?
    …wohl nicht viel

    wie kann es sein,dass aussagen und polizeiberichte von unkenntnis (frage:was ist daran volksverhetzung? antwort:das kann ich ihnen auch nicht sagen.-am nächsten morgen), falschen behauptungen (paok-wien,grund:banner,video zeigt,dass wiener leuchtspur ua in eine paok-kurve schießt und danach leute den PLATZ-nicht den block- stürmten) und übertreibungen („es wird tote geben“ – ich maße mir an zu schreiben, dass es für paok andere begegnungen gibt, die weitaus heisser sind…aber sind ja barbaren…) gespickt sind. weiter, ob es nicht einen zusammenhang mit anderen vorfällen in den letzten monaten stehen könnte (b*b,wuppertal etc, gruß an herrn jäger und co).

    beliebig weiterführbar

    was scheibt eigentlich die zeitung mit den 4 buchstaben dazu?!? ;)

  27. SC Freiburg Fan ( Jens E. ) 23. August 2013 at 14:36 #

    Sehr wirklich schlimm, arme schwer verletzende Königsblauen!!

    Warum machen die Scheiß-Bullen den Schalke Fans fertig? Aber die Schalke Fans sind doch neutral und schauen über dem Fußball an und schlagen oder verletzen niemand….

    Die Schalke Fans sehe ich ganz völlig harmlos. Während bin ich in Gelsenkirchen bei meiner alten Bekannte ( Sarah S. ) Sie ist starker Fan von FC Schalke 04 und beschützt mich gut.

    Sei 15 Dezember 2012 war ich dort in Gelsenkirchen und war ich im Gastblock SC Freiburg und ging zur weißen U-Bahn und sah ich ganz Blaue Fans, Königsblauen, Ops ich trage nicht blau sondern orange Winterjacke :D Na ja Schutz für Draxler und Huntelaar ( niederländische Spielern :D ) Es tut mir leid, dass Huntelaar beim Campionsleage verletzt wurde :(

    Die Polizisten sind nicht Gelsenkirchener sondern Scheiß-Doofmunder :( Ich wünsche euch, dass ihr bärenstark und hochmütig seid. :) Glück auf im nächsten Spiel… :)

    Liebe Grüße aus Singen am Bodensee ( Baden Württemberg )

  28. Storax 25. August 2013 at 21:54 #

    Ich finde, die Aufregung über die Polizei geht am Kern des Problems vorbei. Auch wenn die hier mal wohl ziemlich besch… Arbeit geleistet haben, ist das Kernproblem doch die Gewaltbereitschaft vieler Fans.

    Fragen:
    Warum ist Polizeipräsenz im Stadion notwendig?
    Warum bringt ein Fußballfan eine mazedonische Flagge ins Stadion, wenn es gegen eine griechische Mannschaft geht?
    Warum fühlen sich griechische Fußballfans durch eine mazedonische Flagge provoziert?
    Warum wird von Fans mit Gewalt gedroht (wenn das denn wirklich so war)?

    Jetz komm mir keiner damit, bei so einer Großveranstaltzung sei das so. Wenn Kiel in der Handball-Bundesliga gegen den Erzrivalen Flensburg in einer ausverkauften Halle (ca. 10.000 Zuschauer) ist keine Polizei in der Halle, höchstens draußen, um den Verkehr zu regeln. Das erste Problem sind mMn die gewaltbereiten Fans! Und wenn dann die Polzei Sch… baut, wird geschrien.

  29. Juergen Arne Klein 26. August 2013 at 21:22 #

    Blöde Frage, vielleicht bin ich auch nicht der erste, der sie stellt aber… Wurde eigentlich Strafanzeige erstattet? Und wenn nicht, wieso nicht?
    Es erscheint mir logisch, das uniformierte Prügel-Nazi-Pack mit ihren eigenen Waffen zu schlagen.

    Außerdem: Nach meine letzten Informationen ist „ACAB“ von der Meinungsfreiheit gedeckt. Wieso rechtfertigt das einen Polizeieinsatz?

    Der Vergleich mit Russland scheint mir gar nicht so falsch. Armes NRW!

  30. Thomas 27. August 2013 at 13:10 #

    Also außer „Gestänker“ lese ich hier leider nicht viel…

    Keiner konnte mir erklären, wieso Bundesliga Vereine keine Polizeieinsätze bezahlen müsssen, obwohl Lieschen Müller doch auch den Einsatz bei ihrer Facebook Party zahlen soll…

    Dazu wildeste Beleidigunen „Scheiß-Bullen“, „Nazi-Pack“ und eine Verlinkung zu einem Blog in dem die Situation in Deutschland mit Syrien verglichen wird.

    Dazu viele Beiträge die sich anhören, als wären sie mittels google translator geschrieben, keine Spur von Rechtschreibung und Grammatik. Deutschland das Land der Dichter und Denker?!?

    • Björn 1. September 2013 at 07:09 #

      An welcher Stelle muss denn irgendwer für Facebook bezahlen? Außer Hessen, die das Einführen wollen, kenne ich keine gesetzliche Regelung und keine, die vor einem Gericht stand halten würde. Und Hessen sind ja auch die mit der Todesstrafe in der Landesverfassung…

      Die Frage ist anders zu stellen:
      Wie viel zahlst du, wenn du ne Veranstaltung bei dir zu Hause machst (Party) und jemand dreht frei und muss da von der Polizei rausgeholt werden? Nix.
      Wie viel zahlst du, wenn du politisch aktiv bist und eine Demo machst? Auch nix.
      Wie viel zahlst du, wenn jemand sagt er wäre auf dem Weg zu dir und randaliert dabei? Wieder Nix!
      uups…

      Genau das ist ein Job der Polizei und dafür zahlt man unter anderem überall Steuern. Sicherheit auf öffentlichen Straßen herstellen/erhalten und ggf. bei bestimmten Gefahren auch auf fremden Gelände. Dafür das nur sie das macht, hat sie ein paar besondere Rechte und wird eben vom Staat bezahlt.

      Ansonsten können wir gerne die Steuerzahlungen der Vereine aufheben und dafür zahlen die dann ihre Polizeigebühren. An Steuer zahlen sie 2 Milliarden pro Jahr, die Einsätze kosten 120 Millionen. Wäre dann ein netter Tausch. Und rate, wer das dann letztendlich bezahlt. Du.

      (Beim sprachlichen Niveau hast du Recht.)

  31. Mirco 28. August 2013 at 07:59 #

    Lustig auch die Oberfunktionäre der Polizeigewerkschaften, die „Volksverhetzung“ rausholen, nachdem selbst die Polizei gemerkt hat, dass sie mit diesem Vorwand ins Klo gegriffen hat.

  32. Kuon 28. August 2013 at 15:25 #

    @Thomas: Was erwarten sie dann nach einer solchen in keinster weise zu rechtfertigenden Aktion – das die Leser dieses Blogs die Polizei dafür loben, dass sie keinen umgebracht haben?

    Von Ihnen lese ich auch nicht viel außer kruden Vermischungen von Kostenfragen (wobei man sich auch mal überlegen könnte wieviel Geld der Staat über Steuern durch den Fußball einnimmt) mit Kritik an rechtswidrigen Aktionen der Polizei.

    Wenn ich Sie nicht richtig verstehe dürfen sich Fans die sich nichts zu schulde kommen lassen haben nicht darüber beschweren, dass sie geschlagen und mit Pfefferspray besprüht wurden, weil die Vereine nicht für Polizeieinsätze bezahlen?

  33. Mirco 29. August 2013 at 09:19 #

    Der Polizeichef meldet sich aus dem Urlaub zurück jetzt auch zu Wort. Nichts zu lesen von Verhältnismäßigkeit oder Volksverhetzung, dafür Entschuldigung und Bedauern.

    http://www.presseportal.de/polizeipresse/pm/51056/2544674/pol-ge-presseerklaerung-des-polizeipraesidenten-gelsenkirchen-zu-den-ereignissen-rund-um-das

    • Thomas 30. August 2013 at 08:59 #

      Ich denke der Erklärung des Polizeichefs ist nicht viel hinzuzufügen.

      „…Entscheidung des Einsatzleiters KORREKT…“

      @KUON: Ich würde erwarten, dass man 1. niemand beleidigt und 2. nur von Sachen schreibt die man versteht…

      • alter Jakob 30. August 2013 at 13:56 #

        „@KUON: Ich würde erwarten, dass man 1. niemand beleidigt und 2. nur von Sachen schreibt die man versteht…“

        Nachdem du dich nicht einmal selbst an deine Regel hältst (zumindest was das Verstehen angeht), kannst du das zum Einen schlecht von anderen Leuten verlangen, zum Anderen kann ich bei Kuon keine Beleidigungen erkennen, sondern das aufrichtige Bemühen dir Selbstverständlichkeiten zu erläutern.

        Und sogar der Polizeipräsident macht einen Unterschied zwischen dem Ziel des Einsatzes und der Ausführung. Ganz abgesehen davon, dass Polizeipräsidenten grundsätzlich nicht dazu neigen das Vorgehen der Polizei zu kritisieren. Dass der Polizeipräsident hier eine Entschuldigung und sogar eine Untersuchung für notwendig hält, ist für die Bewertung des Ablaufs des Einsatzes (und der wird hier hauptsächlich kritisiert) schon ein deutliches Zeichen.

  34. Fan 9. September 2013 at 18:29 #

    Sich hier verantwortlich bzw. schuldig zu bekennen, könnte für die Polizei bedeuten, sich auch in vielen anderen Fällen schuldig bekennen zu müssen. Immer waren die anderen schuld, und niemals haben die Polizeiführer und -vertreter bedacht, dass sie auch selbst die Ursache für eine zunehmende Eskalation gesetzt haben.

    Gerade rund um Fußballspiele war das auch immer ganz einfach und bequem möglich, weil die Fußballfans bis heute keine echte Lobby (insbes. nicht in den Medien oder bei Politikern) haben, und weil kaum ein Sportjournalist sich traut die Polizei wirklich kritisch zu hinterfragen. Wenn ich mir anschaue wer da z.B. über Schalke 04 berichtet, dann ist diesen Sportjournalisten (zum Großteil sogar ausgemachte Schalke-Basher) weder intellektuell zuzutrauen über den Tellerrand des Sports hinaus zu schauen, noch ist von ihnen (charakterlich) der Mut zu erwarten, der Polizei kritsiche Fragen zu stellen. Nicht einmal Scharfmacher wie Rainer Wendt, Arnold Plickert & Co. wurden bisher kritisch betrachtet, obwohl sie längst ein großer Teil des Problems und Ursache für eine zunehmende Eskalation und Misstrauen vieler Zuschauer (keineswegs nur in den Fankurven!) geworden sind.

    Hinzu kommt, und das wird jeder Polizeiinsider bestätigen, dass viele Bereitschaftspolizisten, insbes. aufgrund ihrer beruflichen Rahmenbedingungen (schlechte Bezahlung, Einkaserierung, Gruppendruck, Wochenenddienst, Trennung von Famile uvm.), extrem frustriert sind und diesen Frust dann auch immer wieder an denen auslassen, von denen sie am wenigsten zu befürchten haben: Fußballfans ohne Lobby.

    Da derzeit nicht zu erwarten ist, dass sich an den o.g. Umständen (keine Lobby der Fans, Frustration der Polizisten, zum Teil unglaubliche Inkompetenz der Polizeiführung, Scharfmacher wie Wendt und Plickert, die längst die Hoheit über die Medien und Stammtische haben) bald etwas ändern wird, kann ich als erfahrener Stadionbesucher und als Jurist allen Fans nur raten: Macht die Polizeieinsätze justitiabel, hinterfragt die zum Teil lächerlichen rechtlichen Begründungen (Volksverhetzung, Störerauswahl uvm.) für die Polizeieinsätze, und vor allem sichert in Zukunft unbedingt so viele Beweise (z.B. durch Videoaufnahmen, Zeugen) wie irgendwie möglich.

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