Telefonstörung

Aufgrund einer Störung bei der Telekom ist unser Büro voraussichtlich bis Freitag, den 6.10.2017 nur unter der Rufnummer 02043-204110 erreichbar.

Wer zahlt für „Fangewalt“?

Die Diskussion zieht sich seit Wochen wie Kaugummi. Mir ist nicht recht klar, warum sie überhaupt regelmäßiger Gegenstand von plumpen Talkshows mit leider meist recht plumpen Gästen ist. Denn die allermeisten derjenigen, die nicht nur zu WM- und EM-Zeiten Fußball nur im Fernsehen gucken, können keinen Zugang der sogenannten Gewalt rund um ein Fußballspiel erkennen. Einerseits verwechseln die Fernseh-Diskutanten Gewalt gerne mit Pyrotechnik. Zu letzterem gibt es mehrere Meinungen – meine ist, dass ich Bengalos nicht besonders schätze. Aber das mag man unter Gefahren- und atmosphärischen Gesichtspunkten gerne diskutieren. Ich würde sie jedenfalls nicht vermissen. Unter „Gewalt beim Fußball“ verstehe ich jedoch etwas anderes, nämlich etwaige Übergriffe und Schlägereien rund um und abseits des Stadions. Die sogenannten „Platzstürme“, die scheinbar die neben der Pyrodiskussion Grundlage für Talkshows bilden, kann man zum einen saisonübergreifend an einer Hand abzählen und sind in einer Gewaltdebatte daher vernachlässigbar (wenngleich auch von Fernsehmachern gerne wieder und wieder ausgestrahlt – Voyeurismus?) oder aber haben wie in Düsseldorf nichts mit Gewalt zu tun.

Gewalt ist wie gesagt etwas anderes. Davon gibt es auch beim Fußball genug. Wie bei anderen Großereignissen auch. Das ist zum einen leider nichts besonderes, es ist aber auch nicht auf einmal mehr geworden, wie ständig suggeriert wird. Meine bescheidene Erfahrung sagt mir, dass das Fußballklima in den 1980er Jahren ein zigmal schlimmeres war als heute. Und wer sich (etwa via youtube) mal alte Spiele von vor zwanzig Jahren ansieht, sieht was? Genau, Bengalos. Also alles nix neues.

Nun wird gefordert, dass Vereine für die Polizeieinsätze zahlen sollen. Mit Verlaub, meine liebe Politik, das tun sie schon längst. Echt! Ich mache mal eine Beispielrechnung anhand meines bevorzugten Fußballvereins auf: Pro Spieltag kommen etwa 60.000 Zuschauer. Diese zahlen ganz vorsichtig geschätzt rund 20€ pro Eintrittskarte. Das macht etwa 1,2 Mio € Umsatz nur durch Ticketverkäufe. Wenn jeder Zuschauer nur 5€ für Catering ausgibt (viele geben ein vielfaches davon aus), sind das weitere 300.000€ Umsatz. Hinzu kommen Ausgaben der Zuschauerinnen und Zuschauer für Essen und Trinken in der Stadt, für Hotels, Taxis, für Merchendising und was nicht sonst noch alles rund um ein Spiel ausgegeben wird. Gehen wir nur von Tickets und Catering aus, sind wir pro Spieltag bei einer -ganz, ganz tief geschätzten- Umsatzsteuerleistung des Vereins von über 200.000€. Diese Summe bekommt das Finanzamt schon im Folgemonat überwiesen. Eher sogar weitaus mehr. Nur für diesen Spieltag. Nur vom Verein.

Ich denke, unter dieser Betrachtungsweise ist es eine Frechheit, weitere Gelder einzufordern. Abgesehen von den meines Erachtens nicht feststellbaren Auswüchsen im Bundesligabetrieb.