Versteh einer die Bürokraten

Wo ist der Bund der Steuerzahler, wenn man ihn braucht?

Vor rund sechs Jahren wurde ein umfangreiches Verfahren mit Hausdurchsuchungen, umfangreichen Beschlagnahmen und allem zipp und zapp gegen den Mandanten eingeleitet. Inzwischen ist das Verfahren erledigt und der betagte Mandant schwer krank, aber immerhin nicht hinter Gittern.

Nun hat die Staatsanwaltschaft noch die beschlagnahmten Gegenstände in ihren Räumen herumliegen und möchte die gerne los werden. Also werde ich vom Staatsanwalt angerufen, dass man mir das halbe Dutzend Kartons vorbei bringen würde. Ich will das aber gar nicht haben und bat darum, dass man das dem Mandanten doch schicken könne. Aber nein, das geht nicht. Grundsätzlich sei der Mandant verpflichtet, sich die Dinge abzuholen (keine Ahnung, ob das stimmt). Der Fahrdienst der Staatsanwaltschaft kann das zwar vorbei bringen, aber nur innerhalb NRWs. Da der Mandant nicht in NRW wohnt, meine Kanzlei aber in NRW liegt, könne man die Kartons also zu mir fahren. Mein Büro dürfte allerdings mal locker 70 Km von der betreffenden Staatsanwaltschaft entfernt sein.

Für die Fahrerei und den Zeitverlust ist also Geld da, für das Porto und den Gang zur Post (die holen doch aber auch ab?) scheinbar keins.

Ich versteh das alles nicht…

2 Responses to “Versteh einer die Bürokraten”

  1. Johannes Matzke 22. Dezember 2011 at 09:08 #

    Das ist die Unflexibilität der Verwaltung. Das Geld fürs sinnlos Rumdüsen ist im Haushalt vorgesehen. Porto eben nicht. Da kommt es nicht auf sparen an.

  2. Kollege 22. Dezember 2011 at 12:28 #

    Nach BGH hat die StA Recht, ist aber umstritten. Siehe Meyer-Goßner, § 94, Rn. 22.