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Staatsanwaltsazubis

In kleineren Strafsachen tauchen oft genug keine ausgewachsenen Staatsanwälte auf, sondern Referendare. Also Juristen, die die Universität schon abgeschlossen haben und sich bei der Justiz und Rechtsanwälten auf ihr zweites Staatsexamen vorbereiten. Diese tragen in der Sitzung Robe und sind -abgesehen vom Alter und meist von den Büchern, die vor ihnen liegen- äußerlich nicht von ausgewachsenen Staatsanwälten zu unterscheiden. Und auch wie bei den Profis gibt es bei den Referendarinnen und Referendaren solche und solche. Ist ja klar.

Einer der schlechtesten Referendare auf der Bank des Staatsanwalts, die ich jemals erlebt habe war …. ich selbst. Ja, auch ich musste damals durch diese Staatsanwaltsabteilung und wöchentlich Sitzungen wahrnehmen. Was für einen Unsinn ich da verzapft habe. So gesehen nur gut, dass die jeweiligen Richterinnen und Richter die Fehler wieder ausgebügelt haben. Deutlich zu erkennen -jedenfalls für mich- war schon damals, dass mir einerseits Strafrecht in seiner Ausübung wunderbar gefällt, aber die Bank gegenüber der Angeklagten völlig falsch für mich ist. Nicht anders zu erklären ist, dass ich manchmal Gesamtstrafenanträge gestellt habe, die in ihrer Milde nicht mehr zu unterbieten waren (und manchmal identisch mit der schon mitgebrachten Strafe) oder mein ständiges Verständnis für die Einlassungen (böse Zungen bei den Staatsanwälten sprechen ja von Ausreden) der Angeklagten hatte. Waren ja eh nur kleine Sachen und so manche Jugendsünde konnte man durchaus, äh, verstehen. Zum Glück ist mir nicht das passiert, was einem befreundeten Referendar als Staatsanwaltsazubi geschah – er verlas die Anklageschrift und bei der zu Tränen rührenden Einlassung der Angeklagten musste er selbst sein Taschentuch zücken, um sich die eigenen Tränen wegzuwischen.

Retrospektiv sage ich allerdings, dass mich diese Phase damals -trotz der erheblichen Nervosität vor den Sitzungen- sehr weitergebracht hat. Ich kann nur jeder Referendarin und jedem Referendar empfehlen, sich darum zu bemühen, möglichst viele Sitzungen selber machen zu dürfen.

Ach ja, falls Referendarinnen oder Referendare mitlesen: Wer Lust auf eine Anwaltsstation beim mitteilungsbedürftigen Strafrechtler hat: Bitte beim Autor melden…